Heute hier, morgen dort

Medienkunst: Mit der Globalisierung schwinden die räumlichen Grenzen, wobei das Lokale nicht einfach ausgelöscht, sondern immer wieder neu geschaffen und durch neue Formen von Gemeinschaft abgelöst wird. Eine Ausstellung mit Medienkunst aus ehemals sozialistischen Staaten geht der Frage nach, wie eine transnational vernetzte Welt aussehen könnte.

Kultur | Markus Wailand und Vitus H.Weh | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Vor der Globalisierung sitzen wir gerne wie das Kaninchen vor der Schlange: Wir imaginieren sie als groß und unwiderstehlich und uns als völlig unbeteiligtes Opfer. Um dies als Selbststilisierung zu durchschauen, braucht man nicht unbedingt Internet-User oder Anteilseigner von Aktien- und Investmentfonds zu sein, es genügt, wenn man ab und an zum Touristen wird.

Daß Reisen die anschaulichste Form der Teilhabe an der Globalisierung darstellt, weiß auch die Kunst. Reisen ist mittlerweile ein integraler Bestandteil des Berufsbildes, sodaß sich nur schwer sagen läßt, ob die vielen Künstler und Künstlerinnen, die heute nomadisierend durch die große Kunstwelt streichen, lediglich Symptome oder nicht vielmehr Agenten der Globalisierung sind. Zumindest so viel ist sicher: An der zeitgenössischen Kunst lassen sich einige Strukturen des weltweiten Vernetzungsfiebers gut studieren.

Gelegenheit dazu bietet derzeit die Ausstellung "translocation (new) media/art" in der Generali Foundation.


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