Feste feiern, aber richtig

Film: 1995 stellten vier dänische Regisseure um Lars von Trier das Manifest "Dogme" zusammen, um zu einer unmittelbareren Form des Kinos zurückzufinden. "Das Fest" von Thomas Vinterberg ist der erste Film, der nach diesen Regeln gedreht wurde.

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Ein Spiel: kalt, tiefes Wasser, wärmer, heiß. Die Zeichen auf den Kacheln im Badezimmer führen Helene auf Umwegen zu jenem Versteck, an dem ihre Schwester einen Abschiedsbrief an sie deponiert hat. Wie sehr Familienfeiern sich doch gleichen! Die Erinnerung an Lindas Selbstmord und das Begräbnis liegt noch wie ein Schatten über der Familie Klingenfeldt-Hansen, als deren Mitglieder sich zum 60. Geburtstag ihres Oberhauptes erneut versammeln. "Das Fest" kann beginnen, nur wird diesmal gleich die Familie selbst zu Grabe getragen.

Schauplatz des Films ist ein mondänes, als Hotel geführtes Anwesen auf dem Land, irgendwo in Dänemark. Sein Besitzer, der Jubilar Helge, lebt mit seiner Frau Elsa in einem der Nebenhäuser, die Küche befindet sich im Untergeschoß, die Festgäste werden in den Fremdenzimmern untergebracht. Mit den Orten lernen wir nach und nach die einzelnen Protagonisten kennen und mit diesen wiederum, in welcher Beziehung sie zueinander stehen: Daraus entwickelt die Inszenierung


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