Wonne aus der Wildnis

Musik: Mit ihrem letzten Album "Deserter's Songs"wandelten Mercury Rev auf den Spuren von Bob Dylan & The Band. Diesen Donnerstag kommen sie nach Wien.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Mercury Rev sind eine jener Bands, die Rezensenten dazu verleiten, ins metaphorische Delirium zu entschweben und, dort angekommen, einen "verzweifelten spirituellen Einfall in die Wildnis und die Freiheit" (New Musical Express) zu orten. Ihre psychedelischen Exkurse hüllen den Hörer in eine Wonnewolke kindlicher Faszination, deren Verbalisierung ebenso unweigerlich scheitern muß wie eine händeringende Montagmorgengeschichte über den Rausch vom letzten Wochenende.

Um die von singenden Sägen und gebrochenen Fistelstimmen bevölkerte Welt ihres letzten Albums "Deserter's Songs" besser zu verstehen, hilft ein Blick in das Anfang vorigen Jahres erschienene Buch "Basement Blues" (engl.: "Invisible Republic") des amerikanischen Pophistorikers und Journalisten Greil Marcus. Auf Seite zwölf versteckt sich dort ein verkorkster Halbsatz zu den als "Basement Tapes" legendär gewordenen Songs, die Bob Dylan 1967-1968 gemeinsam mit The Band in Woodstock und West Saugerties aufnahm: ",Deserter's


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