Aufgeblättert

Kultur | Gerald John | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Der Text auf dem Buchumschlag klingt einigermaßen schicksalsschwanger: "Geschichten über Flucht und Zuflucht" werden dort angekündigt, "die zeigen, wie nah und berührend Geschichte sein kann". Umso angenehmer ist der Umstand, daß die 18 Überlebensgeschichten aus der oberösterreichischen Stadt Steyr, die in "Fluchtspuren" zusammengefaßt sind, ohne Pathos auskommen. Waltraud und Georg Neuhauser haben aus Steyr Vertriebene genauso wie "Zuagroaste" über ihre Lebensgeschichten befragt und diese genau dokumentiert. Zu Wort kommen Nazi-Flüchtlinge wie Hely Popper, die mit knapp zehn Jahren nach Belgien floh, Auschwitz überlebte und den Staat Israel mit aufbaute; Schutzbündler wie Alois Zehetner, der 1934 den Arbeiterbezirk "Ennsleite" gegen die Heimwehr verteidigte, sich in die UdSSR durchschlug und es bis in den Moskauer Sowjet schaffte; oder die bosnische Familie Hopovac, die 1992 aus dem serbischen Konzentrationslager Trnopolje entkam und nun in einer Steyrer Pension über die Runden


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