Nüchtern betrachtet: Von Poing & Pulling ganz zu schweigen

Kultur | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Vor einigen Wochen haben sie in München die U1 verlängert und mir eine neue U-Bahn-Station hingebaut. Der Name ist selbst für halblustige Sprachspiele unbrauchbar und kann sich mit den besten Münchner Stationsnamen keineswegs messen; unmöglich, gegen Aying, Eching oder Feldmoching anzukommen, chancenlos auch gegen Icking, Ismaning oder Malching, abgeschlagen selbst von Pasing, ganz zu schweigen von Poing, Pulling, Trudering und Zorneding, von Unterpfaffenhofen-Germing gar nicht erst zu reden. Dennoch steige ich gern in Gern aus, da ist's nicht mehr weit zu meinen Freunden mit der Villa und der selbstregulierenden Dusche. Gegen München läßt sich gewiß allerhand sagen, aber ebenso gewiß gibt es im Chor der Münchenkritiker mächtigere und wohltönendere Stimmen, als daß ich hier mit einfallen möchte. Ich nehme es durchaus nicht persönlich, daß Herr Puntila seinen Schirm auf meinem Kopf tanzen ließ und ein zarter Speichelniesel über mich erging, denn wenn Franz Xaver Kroetz


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