Sympathische Klangkörper

Ballorchester: In Zeiten von DJs und CD-Playern muten Ballorchester fast anachronistisch an. Doch gerade zur Ballsaison sind die meisten von ihnen ausgebucht.

Stadtleben | Sigrid Neudecker und Wolfgang Paterno | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Gute Wahl", grinsen die Musiker anerkennend, als die Sängerin im Minikleid die Garderobe betritt. Ihr Kollege Alfred Brunnsteiner trägt ein schwarzes Glitzersakko. Seine Frau einen schwarzen Hosenanzug. Man kennt sich - seit bereits zwei Tagen. Da haben die Musiker von Melange Orange erstmals mit dem Gesangstrio Popcorn geprobt. Heute trifft man sich zum ersten Auftritt, beim 98. Zuckerbäckerball im Austria Center. Im zur Garderobe umfunktionierten Konferenzraum findet Brunnsteiner für seine musikalische Unterstützung nur die höchsten Töne: "Die Burschen spielen wie die Götter, schlechthin genial." Die Musiker tragen graue Anzug-Uniform, mittendrin verbreiten nur Brunnsteiners rotes Stecktuch und die rote Krawatte Farbe. Noch zwei Stunden bis zum Auftritt. "Seit 30 Jahren bin ich in diesem Geschäft", sagt Brunnsteiner. "Uns bezeichnet man als die ,gschissenen Kommerzmusiker'. Dabei machen wir nichts anders als Schauspieler. Wir reproduzieren, aber das tun Schauspieler auch."

Orchesterleiter


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