Die Leber bleibt

Gmoa-Keller: Der Gmoa-Keller hat eine neue Wirtin. Grete Novaks Schwester Hedy will "das Stück vom alten Wien" weiterführen.


Florian Klenk
Stadtleben | aus FALTER 05/99 vom 03.02.1999

Nein, fotografieren läßt sie sich nicht. Auf keinen Fall. Hedy Vecsei mag nicht im Mittelpunkt stehen. "Fotografierts das Lokal, das ist auch schön! Aber bitte laßts mich in Frieden."

Knapp einen Monat nach dem Tod der liebenswürdigen Gmoa-Keller-Wirtin Grete Novak können die Stammgäste aufatmen. Der Gmoa-Keller geht weiter. Er wird nicht weiß ausgemalt, er wird zu keinem Szenelokal. Alles bleibt beim alten. In der Küche sprechen die Köchinnen nach wie vor ungarisch, und die Leber, von der einst Friedrich Torberg meinte, sie sei die beste von Wien, wird nach geheimen Gmoa-Keller-Rezepturen weiter geröstet.

Doch eigentlich - und es wäre nicht der Gmoa-Keller, wäre es anders - will Hedy Vecsei gar nicht Wirtin sein. "Ich bin jetzt 81 Jahre und hab' alles, was ich brauch'." Doch Familie und Stammgäste, allen voran Joe Zawinul und Fernsehpfarrer Paterno, hätten sie auf Knien gebeten, das Lokal weiterzuführen. "Da, schau", sagt die neue Wirtin und zieht einen Brief aus der Handtasche:

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