Morbus Campus

Debakel. Ein Semester nach Eröffnung des Uni-Campus räumen die ersten Kaufleute im Areal schon wieder das Feld. Die Uni Wien will dem schleichenden Geschäftetod entgegenwirken.

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Nur die "Russen" kommen in Scharen. Ein halbes Dutzend der schwarzen Krähenvögel kreist über dem riesigen Areal. Die dunklen Genossen haben sich auf der schneebedeckten Wiese niedergelassen. Flatternd und streitend suchen sie nach Freßbarem. Die wenigen Studenten, die sich auf das Gelände verirren, eilen mit aufgestellten Mantelkrägen auf die Institute zu. Sonst tut sich nichts, draußen am Campus. Der Februar ist vorlesungsfrei.

In der kleinen Tee-Boutique beim Eingang Spitalgasse brodelt es. Nicht weil der Teekessel singt, sondern der Umsatz nicht stimmt. "Heut' vormittag hab' ich 200 Schilling eingenommen", knurrt der Angestellte. So gehe es schon seit November. "Aber", sagt der Tee-Verkäufer, "es is eh schon Wurscht. Ich reg' mich nimmer auf." Mit erstem März wird er gekündigt. "Auch wir sperren zu." Auch. Erst vor wenigen Wochen hat der benachbarte Blumenladen am Eingang Alser Straße seine Rollbalken herunterlassen müssen.

Vom Halali der dreitägigen Eröffnungfeierlichkeiten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige