Ich war das Weh' vom Dienst

Margareten Am 16. Februar wird im fünften Bezirk ein neuer Vorsteher gewählt. Der bisherige SP-Bezirksvorsteher Kurt Heinrich tritt vorzeitig zurück - im Zorn mit der Partei. Heinrich wird nicht der letzte sein.

Politik | Patrik Volf | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Bezirkskaiser sehen anders aus. Daran können auch die Merkmale der Wiener Siebziger-Jahre-Sozialdemokratie - Tropfenbrille, goldene Uhr am Handgelenk und blankgewienerte Messingknöpfe am dunkelblauen Sakko - nichts ändern. Kurt Heinrich, Noch-Bezirksvorsteher von Margareten, ist in die Behaviorismen des Lokalpatriarchen nie ganz hineingewachsen. Unaufgefordertes Händeschütteln auf der Straße, hemmungsloses Babyküssen oder Postkarten mit Urlaubsgrüßen an "seine Margaretener" gehören nicht zu seinem Repertoire. Und Heinrich fährt auch nicht mit einem eigenem Auto mit Schriftzug und Logo zwischen Wienzeile und Gürtel umher. Er verläßt sich aufs Traditionelle: "Ich versuche über die Bezirkszeitungen an die Bürger heranzutreten", sagt er.

Vergangene Woche trat er zum letzten Mal heran - mit der geballten Medienmacht des Bezirksvorstehers. Da baumelte an jeder Türklinke Margaretens ein Feibra-Sackerl mit dem Bezirksjournal Wieden-Margareten. Titel: "Abgeschoben. Kurt Heinrichs


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