Franz, das Monster

Justiz Mit Franz Fuchs hat die Nation endlich wieder eine Bestie. Im Gebrüll des Angeklagten und im Lärm der Medien gehen jedoch offenen Fragen der Briefbombencausa unter.

Politik | Florian Klenk | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Fuchs, Franz Alois. Geboren am 12. Dezember 1949 in Gralla. Österreichischer Staatsbürger. Werkvertragsnehmer. Keine gerichtlichen Verurteilungen." Zuerst kommt das "Nationale". Der Richter verliest es einem leeren Sessel.

Das Grazer Landesgericht, in dem Österreichs erster Terroristenprozeß stattfindet, ist Kulisse eines skurrilen Schauspiels. Ein mindestens fünf Meter hoher, beleuchteter Bundesadler schwebt über der Richterbank. Darunter ein Schrank mit etwa 200 Aktenordnern: "Strafsache Fuchs". Auf dem Schrank steht ein Kruzifix. Davor sitzt ein Richtersenat, der sich jedesmal, wenn der Gefangene brüllt, "zur Beratung zurückzieht" und den Schreihals wegen "ungeziemenden Benehmens" rauswirft. In der Mitte ein leerer Sessel, auf dem die BBA, wie der Staatsanwalt sagt, sitzen sollte.

Nachdem diese abgeführt ist, ist es still im Saal. Die Techniker der Fernsehstationen fahren ihre meterlangen Mikrofonstangen ein, die sie dem Gefangenen unter die Nase gehalten hatten. Der ORF beendet


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