Überleben und Werk

Thomas Bernhard In seinem umfangreichen Werkporträt spürt Alfred Pfabigan dem Bernhardschen Gesamthelden nach.

Kultur | Helmut Goller | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Immer neue Ritter stellen sich dem Turnierkampf, doch die Prinzessin kriegen sie nicht, die schüttelt immer nur den Kopf, grinsend, soviel ich sehe. Sie hat sowieso ihre lebenslängliche Unberührbarkeit beschlossen. Thomas Bernhard wurde nicht müde, die Verstehbarkeit seiner Worte und die Wahrheit aller Worte zu dementieren. Ein Beispiel für viele: "Ich spreche die Sprache, die nur ich allein verstehe, sonst niemand, und die glauben, sie verstünden, sind Dummköpfe und Scharlatane" ("Der Keller").

Das muß sich auch Alfred Pfabigan sagen lassen, doch er fühlt sich von solchem Bescheid nicht angesprochen, bezieht das Kopfschütteln Bernhards auf andere (die "Bernhard-Konformisten") und beharrt auf seinem Wahrheitsanspruch. Dazu hat der Autor des soeben erschienenen Buches "Thomas Bernhard. Ein österreichisches Weltexperiment" auch guten Grund, nicht nur weil es Bernhard faustdick hinter den Ohren hat, sondern auch weil er Bernhards Wahrheitsdementi (mindestens) mit Hilfe der Psychoanalyse


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