Bernhard. Eine Umfrage.- "Immer beeindruckt, niemals verstört"

Kultur | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Elfriede Jelinek Was mich an Bernhard fasziniert, ist in erster Linie die Suggestivität seiner rhythmischen Tiraden, die ziemlich genau Sinusschwingungen ähneln und absolut aus einer gesprochenen Sprache kommen, vom Rhythmus her. Der Leser, Zuschauer paßt unwillkürlich seinen eigenen Atemrhythmus dem Bernhards an, und aus der Interferenz der beiden Rhythmen entsteht ein tranceartiger Zustand, welcher wiederum davon herrührt, daß sich der Sauerstoffgehalt des Blutes verändert und Endorphine ausgeschüttet werden, welche eine Art Suchtverhalten auslösen, auch Glücks- bzw. Wohlbehagensgefühle.

Elfriede Jelinek ist Büchnerpreisträgerin. Zuletzt wurden ihr "Sportstück" am Burgtheater sowie "er (nicht als er)" bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt.

Martin Schwab In der Literatur ist ja oft der Umweg über das Exzentrische der Weg, der ins Zentrum führt. Dieser Umweg hat mich bei Thomas Bernhard von Anfang an immer beeindruckt, niemals verstört oder befremdet. Und für

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