Spielplan

Kultur | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Herbert Steinböck und Gerold Rudle sind zwei sympathische "junge" Männer, denen man einfach nicht böse sein kann. Man würde ja gerne sagen, daß ihr neues Programm "Killerkipferl 2" eine Ansammlung altvatrischer Sketches, die jeweils nur naheliegendste Pointen enthalten, darstellt. Daß es zum Beispiel nicht komisch ist, wenn der Witz einer Weinverkostungsnummer darin besteht, daß die Verkoster zunehmend betrunkener werden, oder wenn das Gespräch zweier Tauben darauf hinausläuft, daß Menschen "vögeln" sagen. Das alles (und noch viel mehr) würde man gerne in der Luft zerreißen - aber das geht nicht, weil sich Steinböck und Rudle dann wahrscheinlich kränken würden. Deshalb soll hier nur noch berichtet werden, daß sich bei der Premiere im Kabarett Niedermair auch Ö3-Chef Bogdan Roscic' unter seinem Niveau unterhalten hat - aber das ist ja schließlich sein Job.

Ritualisiertes Aufbegehren gegen die Erwachsenenwelt ist fester Bestandteil der Kinderunterhaltung. Nach "Pipi Langstrumpf", einem Klassiker in dieser Hinsicht, schiebt das Niedermair nun die Kindermusical-Eigenproduktion "Papageno & der kleine Mozart" nach, in dem sich Letztgenannter (Doris Kofler) unter den Fittichen des Vogelmenschen Papageno (Severin Groebner) gegen die genialitätsgefährdenden Mächte der Erwachsenenwelt durchsetzen muß, wie sie durch eine gestrenge Klavierlehrerin (Mona Halvax) und einen, nomen est omen, geldgierigen Bonzo Di Moneta (Werner Brix) vertreten werden. Also, Kinder: Folgt's ja der eigenen Phantasie! Nur so konnte Mozart den Rock 'n' Roll vorwegnehmen. Angehörs der Musik (Klaus Gröll) und der sängerischen Leistungen hätte man sich die Seitenhiebe auf Elton John allerdings verkneifen sollen. Was soll's - dem Töchterl hat's gefallen, und sie hat sich danach auch noch gleich die CD eingezogen. Roll over Mozart!

W. K./K. N.


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