Der Tanz der Operette

Musiktheater 1938 gab es in der Staatsoper die letzte Operettenpremiere. Jetzt soll Franz Lehars "Lustige Witwe" die Kunstprobe bestehen.

Kultur | Jürg Stenzl | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Drei Akte - drei Bälle. Von Alltag ist in der "Lustigen Witwe" wirklich nicht die Rede. Während sich die "anständige", aber leider verheiratete Valencienne und ihr Nichtehemann Camille von Anfang bis Ende einig sind und das in schmelzenden Melodien kundtun, tragen der Maxim-Habitue Graf Danilo und die finanzmächtige Witwe Hanna Glawari über drei Akte ein Liebesgefecht aus. Dessen Ausgang steht zwar nie in Zweifel, doch etwas Handlung muß auch in der silbernen Operette sein. Balladen wie die alte von den Königskindern, die Ringelreime vom "dummen, dummen Reitersmann" und - in Pußtaschmalz gewendet - von der Fee Vilja samt dem Stammtischlied vom schwierigen Weiberstudium sichern zwar den Erfolg, sind aber selbst in der Operette nicht abendfüllend. Volker Klotz, der sich wie kein zweiter für den Kunstwert dieser - nach der "Fledermaus" - weltweit beliebtesten Operette stark gemacht hat, bezeichnete sie treffend als "erste konsequente Tanzoperette". So halten sich denn Hanna und Danilo


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