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Musiktheater Thomas Desy verwebt mit seiner "Butterfly Equation" Realität und Fiktion von Giacomo Puccini zu einem verworrenen Abend.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Frauen lagen dem italienischen Opernkomponisten Giacomo Puccini besonders am Herzen. Nicht nur diejenigen in seiner weiteren Umgebung - auch die Schicksale seiner Opern-Heldinnen (Manon, Tosca oder Mimi aus "La Boheme") gingen ihm nahe. Daß für den Frauenheld dabei die Grenze zwischen Realität und Fiktion nicht immer ganz deutlich blieb, läßt sich leicht vermuten; in einem Fall drängt sich dieser Verdacht besonders auf.

1901 begann Puccini mit der Arbeit an "Madama Butterfly" - der Geschichte der schmetterlingszarten Geisha Cio-Cio-San, die ihre unerwiderte Liebe in den Selbstmord treibt. Kurz darauf fesselte ein Unfall den Autonarren monatelang ans Bett, betreut wurde er von seinem 19jährigen Hausmädchen Doria Manfredi. Auch nach seiner Genesung blieb Doria im Haus, doch die permanenten Intrigen von Puccinis eifersüchtiger Lebensgefährtin und späterer Gattin Elvira trieben das Mädchen 1908 in den Selbstmord. Die Obduktion bewies ihre Unschuld und brachte Elvira eine fünfmonatige


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