Andy der Eroberer

Kunst Mit "Andy Warhol: A Factory" liefert die Kunsthalle Wien zwar weniger Ein- als Ansichten; mit Sicherheit aber den Quotenrenner dieses Ausstellungsfrühlings.

Kultur | Markus Wailand | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Wenn sich Andy Warhol anno 1975 über Erfolg äußerte, dann aus der Position dessen, dem er nicht mehr abzusprechen ist. In "THE Philosophy of Andy Warhol" notierte er folgenden Dialog: "B: Is it raining? A: I think they're spitting at us." Auch heute hätte es keinen Sinn, Warhols Einfluß auf den Kunstbetrieb in Zweifel zu ziehen. Das Phänomen Warhol, von dem man einst meinte, es würde ebenso kurzlebig sein wie das Klima, aus dem es hervorgegangen war, ist längst Fixbestandteil einer Geschichte, welche die ästhetischen Konventionen von Kunst und Alltag neu formuliert. Wir sprechen heute von "popkulturellen Zusammenhängen" und hantieren mit anderem Vokabular zur Beschreibung erweiterter Kulturbegriffe in der Zeit nach E und U. Die große Selbstverständlichkeit, mit der wir das tun, ist zu großen Teilen der Pop-art-Revolution der Sechziger geschuldet.

Dennoch bieten sich unterschiedliche Betrachtungsweisen für den weiteren Umgang mit Warhols Vermächtnissen an. Man kann zum Beispiel


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