Geschlecht und Indianer

Literatur Michael Roes hat einen politisch korrekten Thriller geschrieben, der Geschlechteridentität und ethnische Gegensätze verhandelt.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 06/99 vom 10.02.1999

Mit seinem 800-Seiten-Wälzer "Rub'al-Khali, Leeres Viertel" schaffte es Michael Roes auf Platz 1 der SWF-Bestenliste, heimste den Bremer Literaturpreis ein und führte auch die Charts der meistbesprochenen Bücher des Jahres 1996 an. Nun hat Roes (Jahrgang 1960) mit "Der Coup der Berdache" einen gerade mal 492 Seiten schlanken Thriller geschrieben, um auf dessen Folie sein ethnologisches Wissen an den Leser zu bringen - diesmal allerdings nicht über den arabischen Raum, sondern über die Indianer im allgemeinen, die Sequoyahs im speziellen. Alles, was Sie immer schon übers Skalpieren wissen wollten, aber nie zu fragen wagten.

Skalpiert wird zunächst einmal der FBI-Mann Van Couvering, und zwar im "heißesten Club der Stadt", der sich bezeichnenderweise "The Meat" nennt und in dem sich die A-Schicht von New Leyden das begehrte Maß an Schmerz und Erniedrigung zufügen läßt. Mit den Ermittlungen betraut ist zunächst Captain Thor Voelcker, ein schwarzer Cop und Dozent für Forensische

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