Zunge vor sich her tragen

Seinesgleichen geschieht Österreich und Stronach: eine Lektion in angewandtem Linguismus anhand einer ORF-Debatte.

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Die These, im Sport zeige sich die Essenz einer Gesellschaft, braucht heute nicht mehr verteidigt zu werden. Als Farce geht Sport im Zeitalter der Massenmedien der Geschichte nicht mehr hinterher, er geht ihr vielmehr voraus. Sport simuliert die Gesellschaft, sie kann sich selbst bei der Entwicklung zuschauen. Der Vorteil: Beim Sport verstehen viel mehr Leute die Regeln! Der Nachteil: Beim Sport müssen sie Eintritt zahlen.

Wenn Wirtschaftsbetriebe, Konzerne und Finanzjongleure mit politischen Institutionen in Konkurrenz treten, verliert man leicht die Übersicht. Wenn schwer überzeugbare Nörgler wie ich vor damit verbundenen Gefahren warnen, hört die Leserschaft maximal den Bart rauschen (beim Wort "maximal" denkt sie sowieso an Otto Baric). Der Mahnruf, demokratische Einrichtungen verlören an Kraft, entfaltet die Wirkung eines gut geheizten Kachelofens. Man döst ein. Wenn Frank Stronach die Bundesliga kauft, ist hingegen alles klar, jedermann durchschaut es. Entlarvungsrituale sind


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