Charme und Schrecken

Kommentar Die Globalisierung wird stets nur einseitig begriffen. Ihren Charme und ihre Chancen pflegt man zu übersehen.

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Selbst beim großen Pow Wow der Reichen und Mächtigen dieser Erde in Davos war es nicht mehr zu verbergen: Globalisierung und freier Markt haben den Glanz des Alleinseligmachenden verloren. Zehn Jahre nach dem Sieg im Systemkonflikt mit dem real existierenden Sozialismus wird sich der triumphierende Kapitalismus seiner inhärenten Widersprüche bewußt. Der Börsenkrach des vergangenen Sommers erscheint als Vorbote der wilden Schwankungen der Zukunft.

Keine Frage: Asienkrise, Rußlands Fall und zuletzt die brasilianischen Turbulenzen haben gezeigt, daß nicht nur die virtuelle Welt der Hedge Fonds, sondern das Leben von Millionen Menschen vom Strudel der ersten echten Krise der Weltwirtschaft seit Jahren betroffen ist. Hunderte Milliarden Dollar sind seit dem Absturz des thailändischen Baht aus den Krisengebieten in die vermeintlich sichereren Finanzplätze in Europa und Amerika geflossen. Die Kehrseite dieses gigantischen Werttransfers sind die Hungerrevolten der indonesischen Unterschichten.


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