Karenzgeld für alle

Kommentar Aber wer ist mit "alle" gemeint?Die Frauen, die Väter oder die Parteien?

Vorwort | Andrea Leitner, Angela Wroblewski | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Frauen sind schon lange nicht mehr so im Mittelpunkt des politischen Interesses gestanden wie seit dem Auftakt des Wahlkampfes. Wen wundert's? Schließlich lassen sich Wahlen nur mit den Stimmen der Frauen gewinnen. Phantasievoll wie selten zuvor entwickeln die politischen Parteien Modellvorschläge wie "Karenzgeld für alle", Großelternkarenz, Kinderbetreuungsscheck oder Bildungskarenz im Anschluß an die Kinderkarenz etc. Aber wer profitiert davon am meisten: die Frauen, die Väter oder die Parteien?

Die momentane Diskussion wird vom "Karenzgeld für alle" oder "Karenzgeld für alle, die es brauchen" dominiert. Beide Vorschläge implizieren eine Lockerung der Bindung von Karenzgeld an eine vorangehende Erwerbstätigkeit. Doch gerade dieser Bindung kommt in der ursprünglichen Zielsetzung zentrale Bedeutung zu. Der bereits 1957 eingeführte und seither mehrfach modifizierte Karenzurlaub dient bis heute dazu, daß Frauen "trotz Kinder" ihre Erwerbstätigkeit aufrechterhalten können.

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