Standpunkt: T - 50 = Pension

Politik | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Wer jemals das Privileg genießen durfte, seine männliche Staatsbürgerpflicht in Uniform zu erfüllen, kennt das Spiel, das praktisch vom ersten Tag an läuft: Mann zählt die verbleibenden Tage bis zum Abrüsten. Bis 23 wird runtergezählt, ab dann heißt es "Lage Liesing", "Lage Donaustadt" und so weiter. Auch Schüler sind Großmeister im Runterzählen. Ähnlich den Präsenzdienern entwickeln auch sie ein eigenes Vokabular, je näher der angestrebte Zeitpunkt (Ferien, Matura etc.) rückt. "Tagesfresser" verwandeln sich zu "Stunden-" und zu guter Letzt in "Minutenfresser". Dann wäre da noch das Einzählen des neuen Jahres - gerade heuer besonders lustig. Eines aber hat Countdownfetischisten bisher gefehlt: ein Vorbild. Einer, zu dem man aufschauen kann, während er runterzählt. Ein Hermann Maier des "Obizählens". Doch die Suche ist vorbei: Wenn Walter Meischberger, rechtskräftig verurteilter Steuerdelinquent, auch sonst kaum zum Vorbild taugt, als Vorzeige-Runterzähler ist er ideal: 50 Tage muß er noch durchhalten bis zu einem fetten Politikerpensionsanspruch. 49 Tage noch, 48 Tage ... Denkt Meischi jetzt an die Zeit beim Heer? An Stundenfresser? Soll man vor dem FPÖ-Klub die letzten Sekunden bis zur Pension laut runterzählen? Anruf genügt, wir kommen. Ehrlich. Gerne. T. R.


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