Fatal irrational

Weltwirtschaft Weltbank-Präsident James D. Wolfensohn im Gespräch über die globale Krise, die Irrationalität der Weltmärkte und falsche Entwicklungspolitik. Das Interview führte für den "Falter" der renommierte Ökonom

Politik | Stephan Schulmeister. | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Sieht das eh nicht zu pompös aus?" fragt die Pressebetreuerin, als der Falter-Fotograf die Kamera zückt. Auf der breiten Couch im Foyer des Hotels Sacher hat es sich gerade James D. Wolfensohn, Präsident der Weltbank, bequem gemacht. Seine Beraterin wirkt besorgt: Aufgabe ihres Chefs ist es, weltweit Finanzkrisen und Armut zu bewältigen; da soll das Ambiente nicht zu feudal wirken. Im Gespräch kritisiert Wolfensohn dann auch, daß soziale Aspekte bei Hilfsprogrammen für krisengeschüttelte Staaten zu kurz kämen. Interviewer ist der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister, 51, vom Institut für Wirtschaftsforschung. Wolfensohn nach dem Interview zu Schulmeister, scherzend: "Next time you can teach me again!"

Stephan Schulmeister: Ostasien, Rußland und Brasilien werden von schweren Finanzkrisen heimgesucht. Gibt es einen globalen Systemfehler?

James D. Wolfensohn: Manche Probleme haben mit der spezifischen Lage in den Ländern zu tun, manche sind Teil des globalen Problems. Thailand,


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