Kommandosache Babenberg

Stadtplanung Zubetonieren? Deixfiguren? Perchtengruppen? Von seltsamen Konzepten zur Wiederbelebung der Babenbergerpassage soll niemand wissen, bevor sie beschlossen sind. Dafür wird die Chance, das Museumsquartier ans Zentrum anzubinden, verschenkt.

Politik | Thomas Rottenberg | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Die Geschichte der Babenbergerpassage ist eine Geschichte voller Mißverständnisse. Das erste war gleich das schlimmste: Die Passage wurde gebaut. Damit lästige Fußgänger den Autoverkehr beim flüssigen Fließen rund um den Ring nicht behindern, wurden sie in den Untergrund verbannt. Nicht nur an der Ecke Babenbergerstraße/Ringstraße, auch andernorts: bei der Oper, der Operngasse, der Bellaria und dem Jonasreindl legen Unterführungen für den Fußverkehr beredtes Zeugnis davon ab, wo Verkehrsplaner der sechziger Jahre Fußgänger sehen wollten: am besten gar nicht.

Widerstand war zwecklos: Überirdisch war der Versuch, die Straße an Passagenstellen zu kreuzen, mit Selbstmordabsichten gleichzusetzen - vorsorglich gab es keine Zebrastreifen. Die künstlich verstärkte Gefährdung der Fußgänger rechtfertigte erst recht ihre Verbannung unter die Erde. Aus Sicherheitsgründen.

Dann kamen die Radfahrer. Die weigerten sich, ihre Drahtesel die Stufen hinunter- und dann wieder hinaufzuschleppen


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