"Im Festgewand zur Urne"

Debatte Vor 80 Jahren durften Österreichs Frauen zum ersten Mal wählen. Warum es immer noch wenige Frauen in die Politik treibt, lila Latzhosen out sind und die Bundeshymne geändert gehört, darüber diskutierten Ella Lingens (90), Stadträtin Renate Brauner (41) und Marie Ringler (23).

Politik | Nina Weissensteiner | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Seit Einführung des Frauenwahlrechts vor 80 Jahren haben sich Wahlverhalten, Feminismus und Frauenpolitik stark verändert. Der Falter brachte drei engagierte Frauen verschiedener Generationen an einen Tisch und ließ sie 80 Jahre Frauenwahlrecht resümieren: die ehemalige Ärztin und Juristin Ella Lingens, Wiens Frauenstadträtin Renate Brauner (SPÖ) und Soziologiestudentin Marie Ringler, die in leitender Position bei "Public Netbase", einem Institut für neue Kulturtechnologien, tätig ist.

Falter: Frau Stadträtin, der Kanzler hat vergangene Woche ein Machtwort in der Causa Karenzgeld gesprochen. Das bisher konsequente "Njet" der Frauenministerin zum ÖVP-Vorschlag scheint nun vergessen. Ein Beispiel für die Ohnmacht der Frauen in der Politik?

Renate Brauner: Die Auseinandersetzung, die sich momentan ums Karenzgeld abspielt, ist für mich eine Auseinandersetzung zwischen Konservativen, die ein traditionelles Familienbild haben, und den sozialdemokratischen Frauen, die für die Vereinbarkeit


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