"Im Festgewand zur Urne"/Frauenwahlrecht: Rückblick und Ausblick

Politik | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Am 16. Februar 1919 durften in Österreich Frauen zum ersten Mal das allgemeine, geheime, gleiche Wahlrecht ausüben. 90 Prozent machten prompt von ihrem neuen Recht Gebrauch. Das Stimmverhalten der Frauen orientierte sich damals noch stark an dem des Ehemannes bzw. des Vaters. Acht Frauen zogen nach der Wahl in das Parlament ein: Hildegard Burjan, von der christlich-sozialen Partei, sowie die Sozialdemokratinnen Anna Boschek, Emmy Freundlich, Adelheid Popp, Gabriele Proft, Therese Schlesinger, Amalie Seidl und Maria Tusch. Zum Vergleich: 1999 beträgt der Frauenanteil im Parlament (186 Sitze) ein knappes Viertel. Nur die Hälfte der Jungwählerinnen gehen in den neunziger Jahren zur Urne. Für Fritz Karmasin vom Gallup-Institut kein Geschlechtsspezifikum: "Auch männliche Jungwähler geben ziemlich zurückhaltend ihre Stimmen ab." Die Wahlentscheidung der Frauen erfolge heute weitgehend unabhängig. "Ob offen oder verdeckt, Frauen wählen nicht mehr so häufig jene Partei, die in der Familie traditionell gewählt wird."


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