Zettels digitaler Traum

Mediengeschichte Umbrüche auch im Bibliotheksbereich. Vor wenigen Wochen verschwand der Nominalkatalog aus der Nationalbibliothek.

Medien | Klaus Taschwer | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Die Empörung war groß. Kurz nachdem bekannt wurde, daß die Österreichische Nationalbibliothek (NB) ihren Zettelkasten entfernt und durch ein digitales Suchsystem ersetzt hatte, hagelte es Proteste - so auch in der Presse-Kolumne "Reaktion". Unter dem Titel "Modernisierungs-Wahn" meinte da Werner Welzig, seines Zeichens Germanistikprofessor und Präsident der Akademie der Wissenschaften, daß es "völlig unverständlich" sei, warum der bisherige Katalog beseitigt wurde. Und warnte vor noch größeren Untaten: "Die nächsten Schritte dieses Wahns könnten sein, daß nach der Digitalisierung von Druckwerken auch die Bücher entsorgt werden."

Was war geschehen? Nach der Schließung der NB Anfang Dezember, die durch den EU-Gipfel nötig wurde, war die Foyer-Halle, in der die Katalogkästen gestanden waren, plötzlich leer. Statt dessen hatte man die Anzahl der bereits vorhandenen Computer-Monitore beträchtlich erhöht und eine zusätzliche Galerie für EDV-Benützer eingerichtet. Die Informationen


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