Presseschau

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Hat Format-Herausgeber Christian Ortner den Tag gefürchtet oder ersehnt? "Waßt eh", hatte ihm WoFe kollegial die Tastatur ins Fenster gestellt, "wann die erste ÖAK do is, blos ma des im Edi!" Nun war sie da. Und Ortner, ein Freund der feinen Feder, stand vor der Entscheidung: selber blasen oder den Chef ranlassen. Also hauchte er: "Format verkaufte in den ersten drei Monaten exakt 97.397 Hefte pro Woche." (Womit die Format-Leser jede Schweizer Uhrenmanufaktur an Regelmäßigkeit schlagen.) Und er blies: "(...) profil, seit mehr als 25 Jahren mit durchaus wechselnder Fortüne im Geschäft, weist (...) eine verkaufte Auflage von knapp unter 82.000 Stück aus, (...) (was vielleicht auch der Grund dafür ist, daß profil im Jänner eine Preisschlacht begann, wie sie für etablierte Magazine eher unüblich ist)."

67 Zeilen lang feilte Ortner an der Zurückhaltung in Zeiten des Fellnerismus. Wir lernen: Format ist noch nicht etabliert. Ortner kann blasen. Und profil nützt die Gnade der frühen Geburt. Das vierte Quartal gleich mit dem zweiten zu vergleichen ("plus 41,6 Prozent"), kann halt auch nicht jeder.


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