Kommentar: 9 1/2 Wochen in Hinterholz 8


Klaus Nüchtern

Kultur, FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Der Zeitpunkt war gut gewählt: Als letzte Woche das neue Kinoförderungsmodell präsentiert wurde, auf das sich Wirtschaftskammer und Stadt Wien geeinigt hatten, saßen österreichische Filmbranche und Filmkritik gerade im Flugzeug Richtung Berlinale. So wurde die Meldung kommentarlos auf den Wien-Seiten der Tageszeitungen rapportiert: Mit insgesamt 12 Millionen Schilling (sechs vom Wiener Wirtschaftsförderungs-Fonds, sechs vom Kulturamt) werden 43 Wiener Kinos gefördert, die über maximal sechs Säle und insgesamt 1500 Sitzplätze verfügen.

Durch die Förderungsoffensive in ihrer vorliegenden Form sollen zum einen die innerstädtischen Kinos gegen den Ansturm der Multiplexe (sechs davon sind gerade im Bau, fünf weitere geplant) fitgespritzt werden, zum anderen soll aber auch jener Alternativvorschlag zu Fall gebracht werden, den die Grünen Mitte letzten Jahres eingebracht hatten. Er sah vor, die Vergnügungssteuerbefreiung auf prädikatisierte Filme vollständig aufzuheben und die

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