Die Kinder des Königs

Theater Philip Tiedemann ist der erste Peymann-Assistent, der es geschafft hat, am Burgtheater als Regisseur Karriere zu machen. Aber was ist aus den anderen geworden?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Philip Tiedemann wirkt müde. Es ist Samstag nachmittag, und eigentlich will er jetzt raus hier. Raus in den Schnee. Raus aus dem Theater. Aber in einer Woche hat hier, im Kasino am Schwarzenbergplatz, seine Inszenierung von Peter Handkes Sprechstück "Kaspar" Premiere, und es gibt noch viel zu tun. Während nebenan die Bühnenarbeiter hämmern, sitzt Tiedemann in einem versifften Besprechungszimmer, zwischen leeren Saftpackungen und vollen Aschenbechern, und redet über Peymann.

Noch vor einem Jahr war der 29 Jahre junge Mann aus Gießen praktisch unbekannt. Jetzt ist er verantwortlich dafür, daß die Nachrufe auf die Ära Peymann am Burgtheater noch einmal umgeschrieben werden müssen. Bis vor kurzem hatte die Pflege von jungen Regisseuren zu Claus Peymanns unumstrittensten Schwachpunkten gezählt; seine Assistenten verschwanden entweder in der Versenkung oder suchten schleunigst das Weite. Dann kam Tiedemann.

Dreieinhalb Inszenierungen hat er in den vergangenen anderthalb Jahren herausgebracht:


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