Der Kaffee ist fertig

Film Alan Rudolph wird immer komischer. Seine neue Komödie "Breakfast of Champions" beschleunigt diese Entwicklung.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Frühstück für Helden!", der Weckruf klingt wie eine Drohung in den Ohren von Dwayne Hoover (Bruce Willis), dem Wirtschaftswunder-Star von Midland City. Hoover, strahlend und allgegenwärtig in seinen zahllosen Lokal-TV-Spots, ist ein Held am Abgrund. Familie und Geschäft, alles entglitten, obwohl nach außen alles bestens scheint. Aber Alan Rudolphs neuer Film "Breakfast of Champions" ist keine Tragödie. Deswegen wirken schon die ersten Aufnahmen des verzweifelten Selbstmord-Aspiranten höchst lebendig, und ganz offensichtlich geht es hier nicht um Realismus und auch nicht um die vielbeschworene "Wahrscheinlichkeit". Hier wird halluziniert, überagiert und überreagiert. Alle stehen unter Einfluß. Alles geht schnell und wird noch beschleunigt durch filmische Manipulation oder eine Anhäufung von informativ gesättigten Ebenen - Animationen, Fernsehbildern, Riesenwerbewänden - in einem Bild. Alles aus den Fugen, alles aus dem Lot. Rettung naht scheinbar: in Gestalt eines der Vergessenheit


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