Sidneys schwarze Sonne

Krimi Viel besser als sein Titel, besser als Andrew Vachss: Bernhard Jaumanns "Sehschlachten" ist ein brillanter Konzept-Krimi.

Kultur | Christoph Braendle | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Erinnern Sie sich an die Schlange im Dschungelbuch, an ihr "trust in me!" Gut. Dann hören Sie jetzt genau zu: Kaufen Sie dieses Buch! Lesen Sie es, auch wenn es Ihnen zu Beginn eigenartig verschleppt erscheinen mag und Ihnen die Verfolgungsjagd, auf die sich Lachlan O'Neill ganz zu Beginn des Buches begibt, um einen nackten Rollschuhläufer zu fangen, überdehnt dünkt, Sie vielleicht mit diesen beinahe jeden Satz betreffenden ritardandos am Anfang Ihre liebe Mühe haben: Lesen Sie trotzdem weiter! Sie werden es nicht bereuen.

Übrigens, das Buch heißt "Sehschlachten", und sein Autor, Bernhard Jaumann, ist offenbar ein systematischer Mensch: Nach seinem Erstling "Hörsturz", der in der Musikstadt Wien spielte und in dem sich alles ums Hören und Nichthörenkönnen drehte, steht jetzt das Sehen und Nichtsehenkönnen im Mittelpunkt einer Ansammlung von Fällen, die auf den ersten Blick nur der gemeinsame Schauplatz verbindet: Sydney.

Trickdiebereien, die Explosion eines Hauses, der Todessturz


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