Land des Stromausfalls

Literatur Ein posthumes Fragment und zwei Lesungen erinnern an den vor einem Jahr verunglückten Schriftsteller Clemens Eich.

Kultur | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Der Osten, der in Wien beginnt, endet in allen seinen Ausuferungen, Verkommenheiten und Extremitäten in Tblissi. Danach beginnt noch einmal etwas anderes." Im Sommer 1995 fuhr der Schriftsteller Clemens Eich zum ersten Mal nach Georgien, um einen internationalen Kulturkongreß zu besuchen. Seitdem ließ ihn das Land nicht mehr los. Er kam wieder, begann ein Buch zu schreiben: über ein Land der Grenze, Schnittstelle zwischen Orient und Okzident. Mitten in der Arbeit an seinen "Aufzeichnungen aus Georgien" starb Eich am 22. Februar 1998 an den Folgen eines Treppensturzes in der Wiener U-Bahn.

"Eich war auf dem Weg in die erste Reihe der deutschen Autoren", schrieb Ulrich Greiner in seinem Nachruf in der Zeit, eine "Figur auf der Grenze und zwischen den Zeiten": "Geboren 1954, war er kein Achtundsechziger mehr, aber noch keiner von den neuen Tüchtigen und Unbedenklichen. Er war Deutscher und Österreicher und Jude."

Mit dem Gedichtband "Aufstehn und gehn" hatte Eich im Jahre 1980 sein literarisches


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