Patienten ohne Betreuung

Grippewelle Die Grippewelle hat ihren Höhepunkt erreicht - nicht nur bei den Patientenzahlen, sondern auch bei den behandelnden Ärzten.

Stadtleben | Sigrid Neudecker | aus FALTER 07/99 vom 17.02.1999

Als Susi Müller* vergangene Woche mit 40 Grad Fieber im Bett lag, mußte sie zusätzlich zu den üblichen Grippesymptomen noch eine weitere schmerzliche Erfahrung machen. Kein Arzt wollte sich um sie kümmern. Müllers Freund bat elf praktische Ärzte telefonisch um einen Hausbesuch, erst der zwölfte war zu überreden. Mit dem Versprechen, die Konsultation privat zu bezahlen.

Susi Müllers Pech war ihre Gesundheit. Drei Jahre lang konnte sie auf die Dienste eines Hausarztes verzichten. Als sie nun einen benötigte, schien sie in keiner Kartei auf. "Menschen mit einem Hausarzt haben's jetzt während der Grippewelle leichter", meint auch Patientenanwalt Viktor Pickl. "Wenn man jemanden anruft, bei dem man noch nicht Patient ist, wird der natürlich strampfen und sagen: ,Ich hab' zuviel zu tun.'" Daß die fiebernde Patientin beinahe ohne ärztliche Versorgung geblieben wäre, sieht er allerdings auch nicht ein: "Ein Vertragsarzt müßte eigentlich kommen. Aber wir haben mit den Hausärzten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige