Jenseits des Tellerrands

Essay Am 23. Februar 1989 verunglückte der damalige SP-Sozialminister Alfred Dallinger tödlich. Zehn Jahre danach bleiben seine Ideen noch immer Vision. Der Umbau des Sozialstaates ist aber dringender denn je.

Politik | Emmerich Talos | aus FALTER 08/99 vom 24.02.1999

Vor zehn Jahren starb Alfred Dallinger bei einem Flugzeugabsturz über dem Bodensee. Dallinger war Anreger und Reibebaum zugleich - als Gewerkschafter wie auch als Sozialminister. Das machte ihn in den achtziger Jahren zu einer der markantesten Politikerpersönlichkeiten Österreichs. Vor allem seine sozialpolitischen Zukunftsvorstellungen haben bis heute nichts an Aktualität verloren - im Gegenteil.

Dallinger - Kind einer Arbeiterfamilie - blieb zwar in der sozialpolitischen Tradition der Sozialdemokratie, er sah jedoch in Reformen einen wesentlichen und notwendigen Beitrag zur Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen in Österreich. Im Vergleich zu seinen Vorgängern war allerdings der sozialpolitische Gestaltungsspielraum infolge angewachsener Budgetdefizite, geringen Wirtschaftswachstums und Prioritätensetzungen wie Budgetkonsolidierung und Wirtschaftsstandortsicherung eingeengt. Der Widerstand kam auch aus dem eigenen Lager. Teile der Gewerkschaft konnten sich damals mit Ideen


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