I'll be your mirror

Film Was seit Jahren vom heimischen Spielfilm gefordert wird, Ulrich Seidls Film "Models" leistet es: Er erzählt von einem Alltag und einer Wirklichkeit, die im Kino sonst kaum verhandelt wird.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 08/99 vom 24.02.1999

"I'll be your mirror, reflect what you are, in case you don't know."

The Velvet Underground & Nico Spiegelbilder: Zwischen Kamera und Protagonistin ragt ein Reflexionsinstrument frontal ins erste Bild. Ein Rasierspiegel verdeckt und ersetzt ein Gesicht durch ein Ornament, das er aus dem Off empfängt (er spiegelt eine Badezimmerfliese). Mit dieser Einstellung beginnt Ulrich Seidls neuer Film "Models". Das Bild mit dem Spiegel ist sinnfällig und weder metaphorisch zu verstehen noch im moralisierenden Sinne von "der Welt einen Spiegel vorhalten". Weil der Spiegel als Vermittler zwischen Innen und Außen nämlich sichtlich nicht funktioniert, sich eigene Bilder macht und den Durchblick verwehrt, muß er verschwinden. Fortan wird die Kamera häufig den Spiegel ersetzen, eine imaginäre, reflektierende vierte Wand mit Gedächtnis, vor der und mit der vier Frauen spielen.

"Models", der auch "Frauen um die Zwanzig" heißen könnte, erzählt von Vivian, Lisa, Tanja und Elvyra, die von Vivian


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