In Schönheit sterben

Film Terrence Malicks soeben mit dem Goldenen Bären ausgezeichnetes Mehr-als-ein-Kriegsfilm-Epos "The Thin Red Line" verhandelt nichts weniger als die Conditio humana.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 08/99 vom 24.02.1999

Die Salomon-Inseln sind schöner als die Normandie. Auch das Wetter war bei der Landung der amerikanischen Charlie Company auf Guadalcanal schöner als am D-Day. Mit sieben Nominierungen zieht Terrence Malicks pazifisches Zweites-Weltkrieg-Epos "The Thin Red Line" ("Der schmale Grat") wohlgerüstet in die Oscar-Schlacht gegen Steven Spielbergs atlantisches Pendant "Saving Private Ryan". Den Goldenen Löwen hat "The Thin Red Line" letzten Sonntag eingesackt. Ziemlich viel offizielle Ehren also für den mythenumrankten Malick, den großen Abseitssteher Hollywoods.

Wodurch sich die beiden Filme unterscheiden, erschließt sich schon im jeweiligen "Epilog". Spielberg schafft eine Rahmenhandlung, in der der Gefreite Ryan ans Grab seines vor einem halben Jahrhundert gefallenen Retters (Tom Hanks) tritt, eine Szene, die das Ende des Films wieder aufgreift. Wo Spielberg Geschichtsunterricht gibt, nur um den Mythos von der Kameraderie der all american guys wieder ins Recht zu setzen, da sind die Weichen


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