Publikumsbelehrung

Theater Es muß nicht immer Handke sein: Philip Tiedemann inszeniert "Kaspar" im Kasino.

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 08/99 vom 24.02.1999

Peter Handke ist sein Schicksal: Die erste Peymann-Inszenierung, bei der Philip Tiedemann assistierte, war die Uraufführung von Handkes Königsdrama "Zurüstungen für die Unsterblichkeit" vor zwei Jahren am Burgtheater. Die erste größere eigene Inszenierung war Handkes Frühwerk "Publikumsbeschimpfung" voriges Jahr im Akademietheater. Und auch für seine bis auf weiteres letzte Wiener Inszenierung hat Tiedemann ein frühes Handke-Stück gewählt, das sein Chef seinerzeit (1968, im Frankfurter Theater am Turm) uraufgeführt hatte. "Kaspar" ist gewissermaßen die logische Fortsetzung der "Publikumsbeschimpfung": War in letzterer die Kommunikation eines Kollektivs auf der Bühne mit dem Kollektiv im Zuschauerraum das Thema, geht es in "Kaspar" um den Konflikt eines Individuums mit der Gesellschaft.

Kaspar kommt von Kaspar Hauser: Mit dem historischen Findelkind aus dem 19. Jahrhundert hat Handkes Titelfigur die Sprachlosigkeit gemeinsam. Wenn das Stück beginnt, kann Kaspar gerade einen


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