Aufgeblättert

Kultur | Fritz Betz | aus FALTER 08/99 vom 24.02.1999

All jene, die sich selbst bereits als politische Auslaufmodelle geißelten, können aufatmen und das Prinzip Hoffnung wieder zurück in die Mitte des Bücherregals rücken, ohne ein mitleidiges Lächeln der Gäste befürchten zu müssen. Denn bei den intellektuellen Vorschreibern von Links ist die Abrechnung mit der "Postpolitik" im technokratischen Kapitalismus en vogue. Auch vom slowenischen Philosophen und Psychoanalytiker Slavoj Zizek erschienen unlängst zwei essayistische Beiträge zur Reideologisierung: "Ein Plädoyer für die Intoleranz" und ein (englischer) Kommentar zum 150. Geburtstag des Kommunistischen Manifestes ("The Spectre is Still Roaming Around!").

"Die große Neuigkeit im heutigen postpolitischen Zeitalter des ,Endes der Ideologie' ist die radikale Entpolitisierung der Sphäre der Politik: die Art und Weise, in der die Ökonomie verfährt (die Notwendigkeit, Sozialausgaben zu kürzen und so weiter) wird einfach als eine Einsicht in irgendeinen objektiven Stand der Dinge


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