Stadtrand: Onkel aus Amerika?

Stadtleben | aus FALTER 08/99 vom 24.02.1999

Geben Sie's zu: Vor ein paar Tagen lag eine Ansichtskarte aus New York in Ihrem Briefkasten. Bereits auf dem Weg in die Wohnung haben Sie überlegt, wer von Ihren Bekannten derzeit im Big Apple weilt und, an der 5th Avenue sitzend, gerade an Sie denkt. Unterschrieben hat die Karte mit der Freiheitsstatue und einer Flasche Billig-Cola (O-Ton Karte: "Die zwei tollsten Dinge in N.Y.") vorne drauf ein gewisser "Black Jack". Hmm. Keiner Ihrer Freunde würde sich einen derart lächerlichen Namen einfallen lassen. Oder doch? Die Schrift sieht irgendwie vertraut aus. So ordentlich, in geraden Linien, mit feinem Faserschreiber. Wer würde mit "See you!" und "Love!" unterzeichnen, "Schreib mir" fordern und "Grüße an alle" ausrichten? Wer ist nur dieser Black Jack? Müssen Sie ab sofort auch Urlaubsgrüße retourschicken? Ab damit ins Altpapier.

Seien Sie beruhigt: Nicht nur Sie haben einen unbekannten Onkel Jack in Amerika. Und schämen Sie sich nicht, weil Sie auf eine Werbeaussendung reingefallen sind: Sie stehen damit nicht alleine da.

Zugegeben: Die Marketingidee mit der täuschend echt gemachten Ansichtskarte von Unbekannt ist ziemlich genial. Aber ob deswegen gleich jemand beim nächsten Einkauf zu Black-Jack-Cola greifen wird? C. W.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige