Die Lawinen

Seinesgleichen Geschieht: Lawinen sind das österreichischste aller Unglücke. Warum eigentlich?

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Beck, Ulrich Beck. Kommentatoren sollten sich diesen Namen merken. Das Unglück im Paznauntal ist nun einmal geschehen, die Lawine hat ihre Todesopfer gefordert und erhalten. 38 Menschen starben. Die Totenfeiern sind gehalten, dem Leid wurde, wie meist, nur unadäquates Beileid entgegengesetzt, sonst wäre es ja keines mehr. Die Medien haben das Ihre getan und das Unerklärliche zu erklären versucht, ein jedes nach seinen Fähigkeiten. Gegen die Metaphernlawine schützt sowieso keine Verbauung.

Wohltuend wirkte es, daß die Szenerie der Öffentlichkeit nicht zugänglich war. Unwillkürlich kam einem das gern zitierte Wort Ernst Jüngers in den Sinn, Kälte sei zu empfehlen, wo es anrüchig wird. Es gehe sich leichter über gefrorenen Schlamm. In der Tat wirkten Schnee und Eis, die Materialien der Katastrophe, indem sie die Meute der Berichterstatter fernhielten, als wirkliche Erleichterung. Das sogenannte "Lassing in den Alpen" war anders, aber weniger der Temperatur wegen, sondern zuerst


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige