Vorzimmer, erwachet!

Kommentar: In dreißig Monaten eröffnet in Wien das Museumsquartier, der größte neue Kulturbezirk Europas. Einstweilen versuchen die üblichen Kritiker systematisch, ihm jeden Rest von Urbanität zu nehmen.

Vorwort | Dietmar Steiner | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Ruhig ist es geworden im Museumsquartier. Die allgemeine Hektik sorgt dafür. Ein Projekt geht seinen üblichen Gang. Die Planer planen, die Kontrollore kontrollieren, die Nutzer stöhnen, ob das, was sie brauchen, auch gebaut wird, und die Firmen bauen etwas, von dem sie nicht wissen, ob die Nutzer das auch brauchen.

Soweit ist also alles ganz normal bei derartigen Projekten. Irgendwann ist alles vorüber, irgendwann ist alles fertig. In der Zwischenzeit wird noch heftig gestritten, werden zähneknirschend Budgets aufgestockt werden, aber schlußendlich wird in rund 30 Monaten ein gutes Dutzend Politiker und Politikerinnen die feierliche Eröffnung des größten neuen Kulturbezirks Europas vornehmen - die aber leider niemand bemerken wird. Dann wird man über die verpaßten Chancen jammern und sich wie jeder Häuslbauer wünschen, man könnte das Projekt zum zweiten Mal beginnen, denn dann würde man wissen, wie man es macht.

Tatsächlich. Wie die Häuslbauer haben die Politiker und Politikerinnen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige