Fester Schritt und Tritt

Neonazis: Im Februar demonstrierten tausend Neonazis auf der Budapester Burg - darunter auch Skinheads aus Österreich. Das Innenministerium beklagt sich über mangelnde Kooperationsbereitschaft der ungarischen Behörden.

Politik | Karl Pfeifer | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Es werden jährlich mehr. Voriges Jahr waren es 500. Heuer marschierten am 13. Februar bereits rund 1000 schwarz uniformierte, meist glatzköpfige junge Männer mit wehenden Fahnen und "festem Schritt und Tritt" zur Burg im Budapester Stadtviertel Buda hinauf. Die Neonazis sehen sich als Erben der "Pfeilkreuzler", jener 1937 gegründeten nazifreundlichen Partei, die von Mitte Oktober 1944 bis zur Befreiung im April 1945 in Ungarn eine Schreckensherrschaft ausübte.

Anlaß des Aufmarsches: Als Budapest im Februar 1945 von 350.000 sowjetischen Soldaten umzingelt war, versuchten die in der Burg von Buda eingeschlossenen SS-Einheiten und ihre ungarischen Verbündeten auszubrechen. Die meisten verloren dabei ihr Leben, nur einigen Dutzenden gelang die Flucht. Neonazis aus halb Europa feiern dieses militärisch sinnlose Unternehmen jährlich am "Tag der Ehre" und gedenken des "Heldenmuts der von den sowjetisch-asiatischen Horden belagerten Hungaristen-, Wehrmachts- und SS-Einheiten".

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