Wienzeug

Politik | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Fried vs. Schubert Es kann der Dichter nicht in Frieden tot sein, wenn's Haiders Leuten nicht gefällt. Und so trommelt die FPÖ derzeit massiv für eine "Rückbenennung" des Erich Fried Realgymnasiums (ehemals BG IX, Glasergasse) in Schubertschule. Denn, so die FPÖ, Franz Schubert sei der größte Sohn des Alsergrunds, Erich Fried dagegen bloß Kommunist. Deshalb möge die im November 1998 feierlich durchgeführte - und u.a. von Bundespräsident Klestil und Wiens Kulturstadtrat Peter Marboe gefeierte - Benennung rückgängig gemacht werden. Daß der Protest nicht vier Monate, sondern über 80 Jahre zu spät - und noch dazu am falschen Ort - kommt, ist eine Unschärfe, auf die die FPÖ nicht näher eingeht: Die Schubertschule stand nämlich in der Grünentorgasse - und wurde bereits 1913 abgerissen. Die Schule in der Glasergasse hieß in der Zeit des Austrofaschismus kurze Zeit Schubert Realschule und wurde von den Nazis 1942 aufgelöst. In der zweiten Republik hieß die Schule


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