Presseschau

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Hin und wieder, wenn die Sonne scheint, das Frühstück in Ordnung war und der mündige Medienkonsument als Ersatz für eine Ally-McBeal-Folge wenigstens ein paar österreichische Schi-Erfolge serviert bekommen hat, begibt er sich aufs dünne Eis der Leserbriefseite. Dorthin, wo sich das Gesicht einer Zeitung doppelt spiegelt: in den Worten der Schreiber und der Auswahl der Redaktion. So meint ein anonym bleiben wollender Autor in der Krone zum Vorwurf, Kardinal Schönborn hätte mit dem "Entlassungsbrief vor der Tür" Schüllers "unschön" gehandelt: "Sicher verkennt man dabei, daß der Kardinal dem Entlassenen die persönliche Konfrontation ersparen wollte." Amen. Mag. Hermann Mayer, Salzburg, trauert dem geschaßten Generalvikar ebenfalls nicht nach: "Es ging ihm und seiner Clique vor allem darum, möglichst viele Ausländer in Österreich zu belassen und zu unterstützen, selbst kriminell gewordene Sozialschmarotzer." Und Frau Wallner aus Salzburg bringt einen wieder auf gleich mit der österreichischen Durchschnittsmeinung: "Die Mehrheit der Österreicher sieht in der Politik der Caritas eine Gefährdung des sozialen Friedens." Reality bites.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige