Fernsehen

Medien | Andrea Dusl | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Mit meiner Erinnerung ist das so eine Sache. Bisweilen erinnere ich mich zwar an Dinge, die nie passiert sind, an Szenen, die nie stattgefunden haben und Sendungen, die nie ausgestrahlt wurden. Im großen und ganzen kann ich meiner Erinnerung aber trauen, und wenn mich nicht alles täuscht, gab es in meiner Kindheit eine Sendung, die Kasperl hieß. Zumindest nannten wir sie so. (Vielleicht hieß sie sogar anders - Fernsehprogramme konnten wir ja noch nicht lesen -, vielleicht Willkommen Puppenland, Kasperlklub oder Kasperl Times.) Kasperl jedenfalls kam immer am Mittwoch, und immer mit seinem Boyfriend Petzi, und kommen bedeutete im damaligen Verständnis das ganze Prozedere des Kasperlschauns: Fiebern und Vorfreuen, Einschalten des Fernsehschirms mit mütterlicher Hilfe, Vorglühen der Röhre, gemeinsames Justieren der Antenne und Betrachten der Studiouhr. Andächtig lauschten wir den Worten der Ansagerin, summten die Kennmelodie, und los ging's mit dem Zipfelmann und seinem Fellfreund. Tempi passati? Keineswegs: Neulich geriet ich ins Vormittagsprogramm des ORF, und da war er wieder: der Kaaaaaasperl! Der originale. Mit Petzi.


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