Forget the facts

Magazinjournalismus: Ein deutscher Kollege schildert die Abenteuer eines Aufdeckers im Hause "Format".

Medien | Nils Klawitter | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Manchmal, wenn ich krank bin, und Talkshow gucken muß und miterleben darf, wie es ist, "wenn Fiffi bissig wird", dann kommen mir so komische, altmodische Gedanken zum Journalismus. Dann gehen mir Dinge durch den Kopf wie Wahrheitswille, zwingende Recherche, die Überzeugung, sich nicht gemein machen zu dürfen. Aber das ist viel zu wenig. Zu richtig modernem Journalismus gehört mehr, und das habe ich hier gelernt, in Wien, bei dem Aufdeckerblatt Format.

Ich hatte Herrn H., den Kulturchef von Format, eine Geschichte angeboten, für die ich etwa drei Wochen lang recherchiert hatte. Anfang 1996 fand Angelina Pötschner, eine junge Kunsthistorikerin, in einer stickigen Dachkammer des Burgtheaters eine dort vor sich hinschimmelnde, unbekannte Zeichnung von Gustav Klimt. Es war eine originalgroße Vorzeichnung zu den Deckengemälden im Theater, sozusagen eine Sensation. In einem Kunstkatalog zum Wiener Historismus wies Pötschner auf ihre Entdeckung hin und interessierte eine Papierrestauratorin,


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