Kommentar: Der Kiba-Deal: Politik gewinnt immer

Michael Omasta | Kultur | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Zuletzt war jeder Interessent. Die einen wollten dieses Kino, die anderen wollten jenes Kino, und die Politiker wollten endlich ihre Ruhe. Ich auch. Nur lassen sich die historisch gewachsenen Defizite der Wiener Kommunalpolitik leider nicht so einfach ungeschehen machen, wie, sagen wir, ein Stadtrat durch einen anderen ersetzt wird. Nicht einmal in einem so kleinen Bereich wie dem Kino.

Die Gemeinde Wien, vormals größter Kinobesitzer der Stadt, hat sich dieser Tage von ihren letzten zehn Lichtspielhäusern getrennt, eine private Investorengruppe hat diese übernommen (vgl. auch Seite 64). Peter Marboe freut sich, er sieht eine ,,maximale Kinovielfalt" garantiert. Brigitte Ederer darf sich doppelt freuen, sie ist die Heldin des Tages und eine Sorge los. Sogar ich freu' mich. Denn was eigentlich selbstverständlich wäre, nämlich das Kino als Teil einer lebendigen urbanen Alltagskultur zu erhalten, wurde mir gerade eben geschickt als kulturpolitische Weichenstellung verkauft. Keinesfalls

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