Schlimmer als Kiss

Musik: Im Zuge des anhaltenden Siebziger-Jahre-Revivals erfährt die österreichische Disco-Band Ganymed eine zeitgenössische Aufarbeitung in Form eines Tribute-Albums.

Kultur | Karl Fluch | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Ganymed - das war die österreichische Antwort auf den zu Ende gehenden Discoboom der späten siebziger Jahre. Benannt nach dem größten Jupitermond, versuchte die Formation rund um den musikalischen Kopf Gerry Edmond, diesen extraterrestrischen Bezug auch imagemäßig umzusetzen. Gelang das in der Musik schon wegen technologischer Defizite weniger, so ringt einem das Outfit der Band - zumindest ob seiner Gewagtheit - auch heute noch Respekt ab: Angetan mit schimmernden Overalls und silbernen Moonboots, stolperten Ganymed im Paläozoikum der Videokultur durch ihre Clips. Bis auf die Sängerin Yvonne Dory steckten außerdem alle Bandmitglieder in schimmelgrünen Eumel-Masken und verunsicherten so junge Erdenmenschen - und wohl auch ihre eigenen Eltern. Gerry Edmond meint dazu heute grinsend: "Wir haben einmal als Vorgruppe von Kiss gespielt. Als ich deren Schlagzeuger unsere Autogrammkarten gezeigt habe, meinte der kopfschüttelnd: ,Ihr seht ja noch schlimmer aus als wir.'"

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