Stadtrand: Fit lach mit

Stadtleben | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Das Fitneß-Studio - unendliche Weiten. Man geht als unbedarfter Mensch hinein, der sich zum Ziel gesetzt hat, nach vier Stockwerken nicht mehr Erstickungsanfälle haben zu wollen. Und kommt heraus als geläutert und illusionsbefreit.

Männer.

Männer führen beim Training fort, was sie den ganzen Tag über machen: Wenig tun, viel scheinen. Männer sind die, die den meisten Lärm machen. (Vielleicht einmal von holländischen Musical-Sängerinnen abgesehen.) Nach drei Minuten Fahrrad wird geschnauft wie bei der Großglockner-Hochalpen-Etappe. Schauspielerisch hoch begabt, manche Herren. Manche leben sogar davon.

Besonders gern zeigen Männer auch ihre frischgestählten Körper nach der Sauna im allgemein einsehbaren Innenhof.

Wow.

Aber Frauen.

Frauen sind auch nicht besser. Der meistgeübte Bewegungsablauf, bevor es Richtung Turnsaal geht: In den Spiegel schauen, Haare kontrolliert zerraufen, Make-Up ausbessern. Da wird die verwischte Wimperntusche sicherheitshalber gleich mit reingeschminkt.

Und wer einen Maler zum Gatten hat und (somit) selber Künstlerin ist, geht sowieso nur mit schwarzem Push-Up und schwarzem Tüllhemdchen in die Kraftkammer.

Man muß ja nicht immer schwitzen. S. N.


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