Nur ned hudeln/Klaus Atzwanger, Stadtethologe: Wien ist langsamer als München

Stadtleben | aus FALTER 09/99 vom 03.03.1999

Aus der Ethologie (Verhaltensforschung) am Tier hat sich die Humanethologie entwickelt, und aus der Humanethologie ist Anfang der neunziger Jahre ein neuer Zweig hervorgegangen, die Stadtethologie. Diese beschäftigt sich mit dem Verhalten des Menschen in der Großstadt. Seit 1992 gibt es an der Uni Wien das Ludwig-Boltzmann-Institut für Stadtethologie. Hier verfolgt der Verhaltensforscher Klaus Atzwanger, 33, seit sechs Jahren ein Projekt, in dem es um die Gehgeschwindigkeit von Stadtbewohnern geht.

Falter: Welche Informationen können Sie aus der Gehgeschwindigkeit eines Menschen herauslesen?

Klaus Atzwanger: In Kulturen, in denen schnell gearbeitet und gesprochen wird, wird auch schnell gegangen. Daher kann man die Gehgeschwindigkeit als Maß für die Lebensgeschwindigkeit einer Kultur heranziehen. Darüber hinaus ist der menschliche Gang eine sehr alte Bewegungsweise; das läßt darauf schließen, daß darin sehr viel Information versteckt ist. Wir haben festgestellt, daß der Blick


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